Vermietungsstand – Definition und Bewertungsrelevanz
Der Vermietungsstand gibt an, welcher Anteil der Mietflächen eines Gebäudes zum Bewertungsstichtag vermietet ist. Ein Vermietungsstand von 85 % entspricht einer Leerstandsquote von 15 %. Er ist ein wichtiger Indikator für die aktuelle Ertragslage im Ertragswertverfahren.
Vorübergehender vs. struktureller Leerstand
Vorübergehender Leerstand (z. B. durch Mieterwechsel) wird über das Mietausfallwagnis abgedeckt. Struktureller Leerstand ist dagegen als boG wertmindernd zu berücksichtigen, da er auf dauerhaft eingeschränkte Vermietbarkeit hindeutet.
Analyse der Mietverträge
Sachverständige analysieren alle bestehenden Mietverhältnisse: Miethhöhe, Mietdauer, Kündigungsfristen, Mieterstruktur und Bonität. Diese Analyse gibt Aufschluss über die Nachhaltigkeit der Erträge und mögliche Änderungsrisiken für den nachhaltigen Ertrag.
