Versiegelte Fläche – Definition und Bedeutung
Versiegelte Flächen sind Grundstücksflächen, die durch Bebauung, Pflasterung, Asphaltierung oder andere wasserundurchlässige Beläge bedeckt sind und damit den natürlichen Wasserkreislauf unterbrechen. Der Anteil versiegelter Flächen ist sowohl aus ökologischer als auch aus planerischer Sicht relevant.
Ökologische Bedeutung
Versiegelte Flächen verhindern die Versickerung von Niederschlagswasser, erhöhen den Oberflächenabfluss, beeinträchtigen die Grundwasserneubildung und fördern Hitzeinseleffekte in urbanen Räumen. Viele Kommunen verfolgen daher das Ziel der Entsiegelung und legen in Bebauungsplänen Obergrenzen für den Versiegelungsgrad fest.
Zusammenhang mit GRZ
Die Grundflächenzahl (GRZ) im Bebauungsplan begrenzt indirekt den Versiegelungsgrad: GRZ I begrenzt die überbaubare Fläche durch Gebäude, GRZ II die Gesamtversiegelung einschließlich Nebenanlagen und Stellplätzen. Die Einhaltung der zulässigen GRZ ist damit auch eine Versiegelungsbegrenzung.
Relevanz für Bewertung und Nutzung
Bei der Bewertung von Grundstücken kann ein hoher Versiegelungsgrad relevant sein, wenn Auflagen zur Entsiegelung bestehen oder wasserwirtschaftliche Ausgleichsmaßnahmen (z. B. Retentionszisternen) erforderlich sind. Solche Auflagen können Kosten verursachen und sich damit wertmindernd auswirken.
